Daten und Fakten
Studien, Statistiken, Publikationen und Gesetze
Die Koordinierungsstelle für Integration (KOI) sammelt und vergleicht Forschungsergebnisse, Studien und Daten zu Migration und Integration, insbesondere im Hinblick auf Südtirol. Sie stellt sie allen Interessierten zur Verfügung und nutzt sie für Entscheidungen und Maßnahmen zur Gestaltung der Integrations- und Inklusionspolitik zu nutzen.
Die KOI gibt Impulse und beauftragt neue statistische Erhebungen oder wissenschaftliche Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der EURAC, der ASTAT und der Freien Universität Bozen. Die Forschungsergebnisse, die von der Koordinierungsstelle für Integration gefördert wurden, sind online in der Rubrik Publikationen verfügbar.
- IDOS Studie: Bericht zur Einwanderung
Jedes Jahr organisiert die Koordinierungsstelle für Integration, in Zusammenarbeit mit den lokalen Referenten des IDOS-Zentrums für Studien und Forschung Fernando Biague und Matthias Oberbacher, die Präsentation des nationalen Berichts über die Einwanderung „Dossier statistico immigrazione“. - Neue Studie über die Integrationspolitik auf Gemeindeebene
Am 18. Dezember 2023, zum Internationalen Tag der Migranten, präsentierte die Eurac in Bozen im Auftrag der Koordinierungsstelle für Integration die Studie „Integrationspolitik vor Ort: Perspektiven & Potentiale“. Die qualitative Studie gibt einerseits einen Überblick über die Integrationsarbeit auf Gemeindeebene im Zeitraum 2019-2022. Andererseits dient die Studie auch als Basis für die Entwicklung einer strategischen Mehrjahresplanung im Bereich Integration auf Landesebene. - Andere nationale und internationale statistische Ämter:
- Landesinstitut für Statistik - ASTAT, insbesondere Bevölkerungsdaten.
- Nationales Statistisches Amt - ISTAT; insbesondere die Volkszählung 2011 und das Informationssystem über Einwanderer und neue Staatsbürger (aktualisiert bis 2018).
- Tagesstatistik des italienischen Innenministeriums (in italienischer Sprache).
- Das Portal „Integrazione Migranti“ listet mehrere institutionelle Berichte über Migration und Integration auf (in italienischer Sprache).
- Eurostat sammelt Daten, Veröffentlichungen und Gesetzgebung der Europäischen Kommission zur Migration in Europa. Die Website ist in Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.
- Eurac Reseach: Center für Migration and Diversity
Führt Studien, Statistiken, Weiterbildungen und Tagungen zum Thema Migration, Integration und Diversität durch.
Studien und Statistiken IDOS
IDOS Studie: Bericht zur Einwanderung 2024
Jung, weiblich und überwiegend aus Europa: Diese Eigenschaften umschreiben jene Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft, die im Jahr 2023 in Südtirol gelebt haben.
55.490 Ausländerinnen und Ausländer, das entspricht 10,3 Prozent der Gesamtbevölkerung, wohnen laut ISTAT-Schätzung in Südtirol: 51,1 Prozent Frauen, 49,9 Prozent Männer, rund 66 Prozent von ihnen sind jünger als 45 Jahre (18,9 Prozent sind jünger als 18 Jahre). Vielfach, nämlich zu 61,7 Prozent, handelt es sich dabei aus Bürgerinnen und Bürger aus Europa (50,4 Prozent aus EU-Ländern, 48,3 Prozent aus Mittel- und Osteuropa, 1,3 Prozent aus anderen europäischen Ländern).
Diese Zahlen gehen aus dem Jahrbuch zur Einwanderung 2024 der IDOS (Centro Studi e Ricerche Immigrazione Dossier Statistiche) hervor. Dieses wurde am 29. Oktober von den beiden Verfassern des Südtiroler Abschnittes Matthias Oberbacher und Fernando Biague gemeinsam mit Ressortdirektorin Michela Morandini und der Leiterin der Koordinationsstelle für Integration, Daniela Zambaldi, vorgestellt.
Jedes Jahr organisiert die Koordinierungsstelle für Integration, in Zusammenarbeit mit den lokalen Referenten des IDOS-Zentrums für Studien und Forschung Fernando Biague und Matthias Oberbacher, die Präsentation des nationalen Berichts über die Einwanderung „Dossier statistico immigrazione“. Die Vorstellung findet zeitgleich in allen Regionen Italiens am letzten Donnerstag im Oktober statt.
Weitere Zahlen, Daten zur Einwanderung in Südtirol des Landesstatistikamtes ASTAT sind im Jahrbuch zur Einwanderung 2024 zu entnehmen. Dieses ist im Büro der Koordinationsstelle für Integration oder auf der Webseite von IDOS (www.dossierimmigrazione.it) verfügbar.
Bis Ende 2022 wurden 51.723 ausländische Staatsbürger mit Wohnsitz in Südtirol gezählt, das sind 130 (0,3%) mehr als 2021.
Am 26. Oktober wurde in ganz Italien und auch in Südtirol das „Statistische Jahrbuch zur Einwanderung 2023“ vorgestellt, das jährlich vom Studien- und Forschungszentrum IDOS im Auftrag des staatlichen Amtes gegen Diskriminierung erstellt wird.
Nach den vorläufigen Daten des gesamtstaatlichen Statistikinstituts ISTAT lag die Zahl der ausländischen Einwohner in Südtirol Ende 2022 bei 51.723, was einem Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung beträgt 9,7 Prozent und liegt damit wie im Vorjahr über den Werten auf gesamtstaatlicher (8,6 Prozent) und regionaler Ebene (8,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg von nur 130 Personen zu verzeichnen, der sich aus der Geburtenrate und dem positiven Wanderungssaldo (+531 bzw. +2.564) sowie aus einem negativen Saldo aus anderen Gründen (-795) ergibt; zusätzlich dazu 2.170 Ausländer erhielten die italienische Staatsbürgerschaft, somit wurde diese Korrektur im Standesamt vorgenommen. Die ausländische Wohnbevölkerung weist eine leichte Überzahl an Frauen und ein jüngeres Durchschnittsalter als die italienischen Staatsbürger auf.
Der Frauenanteil liegt mit 51,7 Prozent nahe am gesamtstaatlichen Durchschnitt und jenem des Nordostens Italiens (beide 51 Prozent). Was das Alter betrifft, so sind 67,1 Prozent der ausländischen Einwohner unter 45 Jahre alt (19,7 Prozent sind minderjährig), gegenüber 48,3 Prozent der Italiener, wobei der Anteil der über 64-Jährigen (6,2 Prozent) im Vergleich zu dem der Einheimischen (21 Prozent) deutlich geringer ist, obwohl er 0,8 Punkte über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt (5,4 Prozent) liegt.
Betrachtet man die Herkunftsgebiete (Daten ab 2021), so bleibt das Gewicht des europäischen Kontinents mit 31.995 ausländischen Einwohnern (62 Prozent der Gesamtzahl, davon 31,7 Prozent aus einem EU-Land) vorherrschend; es folgt der asiatische Kontinent mit 9.971 (19,3 Prozent, davon 13,6 Prozent aus Zentral- und Südasien), der afrikanische Kontinent mit 7.307 (14,2 Prozent, davon 9,2 Prozent aus Nordafrika) und der amerikanische Kontinent mit 2.297 (4,5 Prozent, fast ausschließlich aus Mittel- und Südamerika). Auf der Ebene der einzelnen Nationalitäten sind Albaner mit 6.293 Einwohnern (12,2 Prozent der Ausländer) am zahlreichsten vertreten, gefolgt von Deutschen (4.418 - 8,6 Prozent), Pakistanern (3.654 - 7,2 Prozent), Rumänen (3.622 - 7 Prozent) und Marokkanern (3.501 - 6,8 Prozent).
Ende 2022 hielten sich nach Angaben des Innenministeriums 34.928 Nicht-EU-Bürger rechtmäßig in Südtirol auf (+1.149 im Vergleich zum Vorjahr), von denen 57,1 Prozent eine langfristige Aufenthaltsgenehmigung besaßen, ein Wert, der leicht unter dem staatlichen Durchschnitt (60,1 Prozent) und dem des Nordostens (63 Prozent) liegt. Von den langfristig aufenthaltsberechtigten Personen haben 39,2 Prozent eine Genehmigung aus familiären Gründen, 30,3 Prozent zum Schutz und 27,3 Prozent zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit.
Ausländische Studierende und Schülerinnen und Schüler
Im Schuljahr 2022/2023 belief sich die Zahl der an den Schulen des Landes eingeschriebenen Schüler auf 90.795 (Astat-Daten). Davon sind 12,5 Prozent Ausländer - 11.383 eingeschriebene Schüler. Der Anteil der Schüler, die keine italienischen Staatsbürger sind, ist jedoch je nach Klassenstufe und Schulsystem (deutsch-, italienisch- und ladinischsprachige Schulen) sehr unterschiedlich.
In den Kindergärten sind von den 15.405 eingeschriebenen Kindern 2.091 Ausländer, das sind 13,6 Prozent der Gesamtzahl. Davon besuchen 746 eine italienischsprachige Einrichtung, wo sie 22,17 Prozent der Gesamtschülerzahl ausmachen, 1.297 einen deutschsprachigen Kindergarten (11,3 Prozent) und 48 einen ladinischen (7,6 Prozent).
In den Grundschulen sind 28.024 Schüler eingeschrieben, davon sind 3.739 Ausländer, was 13,3 Prozent der Gesamtzahl entspricht; 1.519 besuchen eine italienischsprachige Schule (Inzidenz 24,7 Prozent), 2.146 eine deutschsprachige Schule (10,4 Prozent) und 74 eine ladinischsprachige Schule (6,5 Prozent).
In den Mittelschulen liegt der Anteil ausländischer Schüler bei 14,5 Prozent (bei einer Gesamtzahl von 2.456 Schülern), wobei dieser Wert in den italienischsprachigen Schulen bei 27,2 Prozent (mit 1.136 ausländischen Schülern) liegt und in den deutschsprachigen Schulen bei 10,5 Prozent (1.270); 7,5 Prozent der ausländischen Mittelschüler besuchen eine ladinischsprachige Schule.
In den Oberschulen Schulen schließlich sind 1.892 ausländische Schüler von insgesamt 20.140 eingeschriebenen Schülern eingeschrieben, das sind 9,4 Prozent der Gesamtschülerzahl. Die meisten von ihnen (1.124) besuchen italienischsprachige Schulen (16,7 Prozent), 751 deutschsprachige Schulen (5,8 Prozent) und 17 ladinischsprachige Schulen (3,5 Prozent). In den berufsbildenden Schulen gibt es ebenfalls 1 205 ausländische Schüler, die 11,7 Prozent der Schüler ausmachen.
Arbeitsmarkt und Arbeitsvermittlung
Nach den Daten des ISTAT stieg die Zahl der Beschäftigten in der Region im Jahr 2022 um 19.000 auf insgesamt 506.000 gegenüber 487.000 im Vorjahr. Der Anteil der Frauen liegt mit 45,4 Prozent leicht über dem staatlichen Durchschnitt (42,2 Prozent). Die Daten zur weiblichen Beschäftigungsrate deuten laut den Experten auf eine stärkere Integration der ausländischen Frauen in den Arbeitsmarkt im Vergleich zu anderen Regionen hin.
Die Zahl der Arbeitslosen hingegen liegt bei über 15.000, was einen stetigen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeutet, als sie fast 22.000 betrug. 60,7 Prozent der Arbeitslosen sind Frauen, verglichen mit 49,6 Prozent auf staatlicher Ebene. Der Anteil der ausländischen Arbeitslosen beträgt in Südtirol 23,9 Prozent, verglichen mit 16,0 Prozent im italienischen Durchschnitt.
Unternehmertum
Im dritten Jahr in Folge ist die Zahl der von Zuwanderern geführten Unternehmen in Südtirol deutlich gestiegen (+7,8 Prozent) und erreichte 5.017 Einheiten gegenüber 4.654 im Vorjahr, gemessen an der Gesamtzahl der aktiven Unternehmen im Land. Die meisten dieser Unternehmen sind im Dienstleistungssektor tätig (58,6 Prozent), insbesondere im Handel (17,4 Prozent) und im Gastgewerbe (15,5 Prozent), gefolgt von der Industrie (30 Prozent) - hier sticht das Baugewerbe mit 26,7 Prozent hervor - und der Landwirtschaft (4,1 Prozent). Die Inhaber von Einzelunternehmen stammen aus Albanien (18,1 Prozent), Deutschland (10,9 Prozent), Marokko (8,9 Prozent), Österreich (8,4 Prozent) und Pakistan (5,6 Prozent).
Link zum Video des IDOS-Einwanderungsdossiers 2023
In Südtirol lebten Ende 2021 56.891 ausländische Personen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent angestiegen. Das geht aus dem Jahrbuch zur Einwanderung hervor.
Neue Mitbürger und Mitbürgerinnen sind jung
In die südtirolspezifischen Daten gab in der Folge der Soziologe Matthias Oberbacher Einblick. Demnach sind die neuen Mitbürger und Mitbürgerinnen jung: 31,9 Prozent der rund 57.000 Eingewanderten sind zwischen 30 und 44 Jahre alt, 18,4 Prozent zwischen 0 und 17 Jahre und nur 5,9 Prozent älter als 65 Jahre. Was die Herkunft betrifft, stellen die Europäer mit 64,1 Prozent und 36.191 Personen den höchsten Migrantenanteil, ein Zuwachs von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte (19.605, 54,17%) davon kommen aus EU-Staaten, 45,8 Prozent aus europäischen nicht EU-Staaten. Als Herkunftskontinente folgen Asien (10.354, 18,3%), Afrika (7525, 13,3%) und Amerika (2398, 4,2%). Wie 2020 liegt bei den Nationalitäten Albanien an erster Stelle (6.207, 11%). Erstmals an zweiter Stelle scheint 2021 die rumänische Bevölkerung mit 4631 Personen und 8,2 Prozent auf, die damit die Deutschen überholt (4518, 8,0%). Als Grund dafür gab Oberbacher an, dass "Rumänen die stärkste Einwanderergruppe in Italien bilden". Es folgen Pakistan (3943, 7,0%) und Marokko (3644, 6,5%).
Von den 37.286 Ausländern und Ausländerinnen aus nicht EU-Staaten in Südtirol besaßen Ende 2021 33.779 (63,5%) eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Die Gründe für eine befristete Aufenthaltsgenehmigung sind mit über 44 Prozent meistens familiärer Art (12,3%, weniger als 2020), arbeitsbedingt (24,2%,+ 5,2% gegenüber 2020) beziehungsweise internationaler Schutz (23,5%), der im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent zugenommen hat.
Zwölf Prozent weniger ausländische Schülerinnen und Schüler
Der Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler in Südtirol ist mit 9836 um 1358 Schüler und Schülerinnen im Vergleich zum Vorjahr (11.194) zurückgegangen und macht 12,2 Prozent der Gesamtschülerzahl aus. Es ist je nach Schulstufe und Sprache der Schule eine unterschiedliche prozentuelle Verteilung zu beobachten. Der Ausländeranteil an den italienischsprachigen Schulen liegt im Durchschnitt bei 25 Prozent, während in deutschsprachige Schulen im Schnitt jeder zehnte Schüler einen Migrationshintergrund hat. In den ladinischen Schulen liegt der Migrantenanteil bei durchschnittlich fünf Prozent. Die Verteilung auf Kindergarten, Grund- und Mittelschule ist ähnlich (13%). Etwas höher ist er in den Mittelschulen (13,6%). In der Oberstufe (8,9%) und bei den Lehrlingen (10,8%) ist er etwas geringer. "Italienischsprachige und ladinische Schulen weisen gegenüber der deutschsprachigen Schule niedrigere Schülerzahlen auf, daher fällt der Prozentanteil entsprechend höher aus", gab Oberbacher zu bedenken.
Was den Arbeitsmarkt angeht, so stützt sich der Bericht auf regionale Daten. Demnach machen Ausländerinnen und Ausländer 9,1 Prozent der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung der Region aus. 25,1 Prozent der Arbeitslosen sind Ausländer. Frauen aus anderen Ländern tun sich besonders schwer, eine Arbeit zu finden. Ihr Anteil liegt in der Region bei 59,4 Prozent der Arbeitslosen Ausländer. Auf gesamtstaatlicher Ebene haben hingegen nur 16 Prozent der Ausländer keine Arbeit, wie im Anschluss Fernando Biague berichtete. Der Psychologe, der seit 20 Jahren in Italien lebt und in Brixen arbeitet, stellte heute die gesamtstaatlichen Zahlen vor.
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Letzte Aktualisierung: 18/03/2025